Von der Landflucht zur Stadtflucht?

Ich habe mein Leben lang in Großstädten gelebt. Aufgewachsen in einer Stadt mit 100.000 Einwohnern, dann Stuttgart, Bremen, Hamburg, München, Wien. Zwischendurch immer mal wieder kurz ländlich, aber den Großteil meines Lebens verbrachte ich in den Ballungszentren. Und ich fand’s immer recht spannend. So viele Menschen, so viel zu entdecken, alles da, was man kaufen konnte und wollte.

Vor zwei Jahren hatte sich das grundlegend geändert. Als uns die liebe Corinna mit ihren Maßnahmen beglückte, verspürte ich plötzlich einen starken Drang, schnell raus zu wollen aus der Stadt. Und ich fand das perfekte Haus mit Garten in schöner Lage in einer kleinen Ortschaft. Ich werde gleich wieder mit meiner Hündin barfuß durch die Wälder und über Wiesen spazieren – wie jeden Morgen. Danach schaue ich nach meinen Gemüsepflänzchen im Garten, erledige paar Dinge am Laptop auf meiner Terrasse und steige danach aufs Mountainbike.

Was hier anders ist? Alles!

Die Luft ist frischer, das Gras ist grüner, die Nachbarn viel netter, der Ausblick schöner und ich höre Naturgeräusche statt Autolärm. 🌿🐦 Kurzum: Die Energie ist erheblich gesünder und lebensbejahender. Die Natur bringt uns wieder in Harmonie, mit uns selbst und der Umgebung.

Immer, wenn ich wieder mal in Städten bin, möchte ich schnell raus. Diese Konsumtempel mit ihren rennenden Menschen, die sich meist weder kennen noch mögen, mit ihren Hunderttausenden von Wohnungen über- und nebeneinander wirken auf mich wie die Käfighaltung bei Legehennen. 😜 Kaum Grün, viel Beton, kaum Ruhe, viel hektisches Treiben, wenig Fokus, viel Reizüberflutung, wenig Miteinander, viel Gegeneinander. Hup, drängel, schimpf. Von der Unabhängigkeit der Menschen ganz zu schweigen. Sollte der Strom ausfallen, gibt es für die Insassen weder Nahrung noch Wasser. Ich bin froh, dass ich raus bin.

Und ich habe so eine Vorahnung, dass nach Jahrzehnte langer Landflucht bald eine enorme Stadtflucht einsetzen wird. Weltweit. Zumindest von den Menschen, die sich für ein Leben im natürlichen Einklang entscheiden, für ein höheres #Bewusstsein , für mehr Lebensfreude und schlussendlich für den Aufstieg in #5d

Kommst Du mit?

Kommentare

  1. Ich wohne in einer Stadt, seit ich sieben Jahre alt bin in der selben – Hannover – allerdings in verschiedenen Stadtteilen. Gerade fällt mir auf, dass meine (9)Wohnungen immer ganz nah am Grünen waren; d.h. nach höchstens zehn Minuten war/bin ich im Wald, am See, in den großen Parkanlagen, in Kleingärten … Aktuell sind es keine zwei Minuten, dass ich am Maschsee bin > täglicher Morgenspaziergang am Ufer < obwohl ich auch in wenigen Minuten im Zentrum bin, wenn es notwendig ist.

    Als ich noch berufstätig war, radelte ich vierzig Minuten durch den Stadtwald hin zu meiner Arbeitsstelle – zurück konnte ich alles Belastende bei den Bäumen zurücklassen: quer durch die Stadt, aber immer durch Wald.

    "Mein" Grün ist absolut nicht vergleichbar mit dem, was du erlebst, Martin! Dennoch fühle ich mich trotz Stadt immer verbunden mit der Natur.
    Ich gehe davon aus, dass die "neuen" Städte eine Art Erweiterung dessen sein werden, was in Hannover aktuell möglich ist – in einigen Stadtteilen.

    Also: ich würde nicht mitkommen, aber daran mitwirken wollen, die "neuen" Städte naturverbunden mitzugestalten. Wenn immer mehr Menschen auf's Land ziehen, können leere Gebäude entfernt werden und Platz ist geschaffen für "natürliche" Anlagen und kreative grüne Projekte wie z.B. die "Essbare Stadt Andernach" es angelegt hat.

    Ich komme nicht mit, aber ich komme dich gern besuchen … ;-))

  2. Ich kenne beides. Aufgewachsen bin ich auf einem ganz kleinen Dorf. Dann folgten kleine Städte, größere Dörfer und auch 5 Jahre in einer Großstadt. Jetzt lebe ich wieder auf dem Dorf. Allerdings nicht wegen der Entscheidung Dorf oder Stadt, sondern wegen der bezahlbaren Möglichkeit eines Mehrgenerationenhauses zur Miete.
    Was soll ich sagen? Als ich klein war, war die Naturverbundenheit selbstverständlich. In meiner Jugend waren die langen Wege zu Freunden und Treffpinkten ein Greul. Als Mutter fand ich Dorf eher kindgerecht. Als Jugendliche haben meine Kinder die Großstadt genossen. Als die beiden auszogen hat es mich dann doch wieder aufs Land gezogen. Und dann geschah folgendes: Es war lauter als in der Stadt. Die wenigen Nachbarn waren teilweise ungenießbar und wenig aufgeschlossen für neue Ideen. Die Wege zu Versorgungsangeboten unangemessen lang und manchmal auch sehr anstrengend. Ich bin in eine Kleinstadt gezogen. Es war zwar weniger Platz um die Wohnung drum herum. Doch war ich innerhalb weniger Minuten im Grünen und in die andere Richtung in wenigen Minuten zu Fuß in der Innenstadt. Die Menschen trafen sich auf dem Marktplatz. In den Geschäften und auf dem Wochenmarkt wurde ich mit Namen begrüßt. Es passte einfach.
    Ich bin da also offen, was dieses Thema angeht. Entscheidend finde ich die Menschen und ihre Einstellungen zum Leben und zur Natur. Und die Bewussteren werden aus den Großstädten neue Lebensinseln schaffen und auch in den ländlicheren Regionen Communities bauen. Wir müssen es nur endlich umsetzen.

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