Placebo- und Nocebo-Epidemie

 Ganzheitliche Medizin hat den Vorteil Gedanken und Emotionen parallel mit den körperlichen Anzeichen zu beobachten und sie in einen Zusammenhang zu setzten. Die Schulmedizin, kennt bislang lediglich den Placeboeffekt.

Was bedeutet Placebo?

Die meisten kennen den Placebo-Effekt, als Phänomen, bei dem der Verstand bereits positive Effekte produziert, wie zum Beispiel bei der Einnahme eines Heilmittels, obwohl tatsächlich nur Traubenzucker-Pillen verabreicht wurden ( sugarpill-effect). Denn die Erwartungshaltung oder auch Hoffnung der Probanden war scheinbar dermaßen hoch, dass der Körper unmittelbar darauf reagierte.

Der Glaube versetzt also Berge, wie der Volksmund richtig sagt. Allerdings zeigen klinische Studien, dass ein sehr hoher Prozentsatz der Menschen so tickt. Man hat sogar heraus gefunden, dass es etliche Faktoren gibt, die diesen Effekt steigern, also auch den Prozentsatz an Leuten, bei denen das Placebo wirkt.

Glaubwürdigkeit steigern

Umso eher man Arzt oder Heiler für kompetent hält, umso vielversprechender das Heilmittel aussieht und klingt, umso besser. Aber natürlich auch Erfolgsgeschichten von Heilung durch das Mittel und die Begeisterung der Experten können die Wirkung von Placebos verstärken. Die psychologischen Faktoren sind zahlreich und werden laufend erforscht.

Doch der Verstärker Nr. 1 ist nach wie vor die Wiederholung, sei es durch Medien oder durch das eigene Umfeld, oder sogar im eigenen Kopf. Denn Glaube entsteht durch Wiederholung und weniger häufig durch sehr beeindruckende Erlebnisse. ( Vielleicht weil wir schon sehr skeptisch und misstrauisch geworden sind)

Schattenseite Nocebo-Effekt

Natürlich hat man bei wissenschaftlichen Untersuchungen auch festgestellt, dass sogar unerwünschte Nebenwirkungen durch die Einnahme der Zuckerpillen auftreten können. Viele Krebspatienten berichteten sogar schon vor der Chemotherapie Übelkeit und Müdigkeit verspürt zu haben. Ein Phänomen, das die Wissenschaft mittlerweile auch schon kennt und ausreichend Beweise dafür hat und „Nocebo“-Effekt getauft wurde.

Dieses Nocebo kennen wir auch aus anderen Bereichen, wenn nämlich Handystrahlung, Abgase oder gewisse Lebensmittel vielen Leuten Probleme bereiten. Egal ob sie tatsächlich schädliche Wirkung haben, allein das Wissen über ihren negativen Effekt, verstärkt ihn um ein Vielfaches.

Extrem

Diese Wirkungen des Geistes auf den Körper sind nicht zu unterschätzen, denn sie können extreme Ausmaße annehmen. So gibt es die Geschichte aus den 1930er Jahren, wo ein Mann sich unabsichtlich in einem Kühlwagen eingeschlossen hat und tatsächlich erfroren ist, obwohl es darin angenehme 17 Grad hatte, weil das Kühlaggregat gar nicht eingeschalten war. Menschen sind auch schon an vermeintlichem Krebs gestorben und an anderen falsch diagnostizierten Krankheiten – das ist wissenschaftlich bewiesen.

Natürlich führt man bei diesem Thema auch gerne die Angst vor Flüchen an, wie man sie aus dem Voodoo kennt. Auch die sollen schon viele Leute krank oder irrsinnig gemacht haben, sogar in den Tod getrieben haben.

altes Wissen

Gerade in indigenen Kulturen ist das Verständnis dafür, dass der Geist, die Emotionen und das soziale Umfeld die Gesundheit des Körpers stark beeinflussen noch vorhanden. Das ist durchaus nicht neu.

Neu ist vielmehr, dass wir schön langsam begreifen, wie gewaltig diese Einflüsse tatsächlich sind und wir sie auch lenken lernen müssen. Eine Aufgabe, der unsere Schulmedizin überhaupt nicht gewachsen ist. Sondern jeder Einzelne muss sich für sich selbst darum kümmern oder passende Hilfe und Unterstützung suchen.

Nocebo-Epidemien

Bei der Recherche für diesen Artikel bin ich in Wikipedia noch auf ein sehr interessantes Phänomen gestoßen, das man als Noceboeffekt-Hysterie mit dem Charakter einer Epidemie bezeichnet. Demnach können Angstszenarien in den Köpfen der Leuten regelrechte Epidemien hervor rufen, besonders wenn sie durch Massenmedien verbreitet werden.

Das ZDF Fernsehen kennt dieses Phänomen seit den 70er Jahren, wo nach jeder Doktor-Sendung Leute anriefen, die plötzlich genau die gezeigten Symptome hatten. Auch in den USA berichten Apotheker, dass sich bald nach der Ausstrahlung von Werbespots für Arzneimittel, plötzlich sehr viele Leute mit den Symptomen meldeten, die im Fernsehen gezeigt wurden. Man stellt sich also zurecht die Frage, welchen Effekt die Berichterstattung über eine gefährliche, ansteckende Epidemie hat.

Placebo in Sicht

Ich erinnere mich noch gut an die Verkaufstaktik eines Versicherungsvertreters für Krankenzusatz-Versicherungen. Zuerst schildert er einmal, was denn alles Schlimmes passieren könnte und wie unangenehm und teuer der Krankenhausaufenthalt werden würde. Um kurz darauf zu erläutern, wie hilfreich und Problem-lösend doch sein tolles Produkt wäre. Eine unseriöse Verkaufs-Masche, die sicher bei einem hohen Prozentsatz der Leute gut funktioniert, insbesondere, wenn man sich noch gar keine Gedanken oder sogar Sorgen darüber gemacht hat.

Ich empfehle jedoch den Geist und die Emotionen mit günstigeren und nachhaltigeren Mitteln zu heilen, sowie das körperliche Immunsystem zu stärken. Jeder soll doch selbst heraus finden, woran er glaubt und was ihm Heilung bringt oder Abwehrkräfte mobilisiert. Wichtig ist doch bloß, dass wir immun gegen all diese Viren des Geistes und der Emotionen werden, wenn sie schädlich sind.

Wieder Mentaltraining?

Ja, aber vor allem aufwachen und erkennen, dass jeder selbst seines Glückes Schmied ist. Wir machen uns so vieles selbst nur im Geist oder durch unsere Aufmerksamkeit auf Unerwünschtes.

Die Kontrolle über den Verstand wieder zu erlangen und sich bewusst mit angenehmen und positiven Aktivitäten zu beschäftigen, ist die große Herausforderung um gesund zu sein. Das Rezept lautet: eine positive Zielsetzung, Entschlossenheit und die dazu passenden Handlungen.

Also weg vom Fokus auf andere Leute, egal was sie tun oder sagen, und wieder hin zum Innenfokus, um gesund zu denken und sich gesund zu fühlen. Das ist der Kern der körperlichen Gesundheit und macht uns immun gegen alle schädlichen Einflüsse von Aussen.


susanna
Alles Liebe, Susanna

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