Freu dich zu früh!

Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude, doch warum sollten wir uns dann nicht zu früh freuen? Diese beiden Sprüche widersprechen sich einfach und tatsächlich genügt es einen davon zu behalten, nämlich den mit der schönen Vorfreude.

 

Warum?

Ganz einfach: sollte eine Enttäuschung auf dich warten oder ein unerwartetes Ereignis, dann wirst du gestärkt mit Freude viel leichter damit umgehen können. Zugegeben kann der emotionale Absturz sehr hoch sein, du wirst dich dafür viel schneller wieder fangen und zu Optimismus und Zuversicht zurück kehren können.

Viele Erwartungen, die uns der Kopf so suggeriert sind doch nur falsche Einbildungen. Das Leben überrascht uns oft mit Situationen oder Aktionen, die möglicherweise kleine, aber nötige Umwege zu unseren Zielen sind. Lange im Nachhinein stellt man das amüsiert fest, doch im Moment scheint alles falsch zu laufen. Kein Grund zur Panik also, sondern mit guter Stimmung und einer positiven mentalen Haltung vorwärts!

Noch ein paar Argumente

Stell dir vor in vier Wochen geschieht etwas Unangenehmes, wie zum Beispiel ein Todesfall in deiner näheren Umgebung. Würdest du bereits die 28 Tage vorher trauern wollen oder diese Zeit noch voll auskosten und genießen?

Häufig passiert auch kurz vor dem Erreichen eines großen Zieles etwas, das sich wie ein unüberwindliches Hindernis oder eine chaotische Entwicklung anfühlt, nur um sich einige Zeit später wieder völlig aufzulösen oder sogar etwas Nützliches hinzu zu fügen.

„Kurz vor der Dämmerung erscheint die Nacht am finstersten

indianische Weisheit

Segment intending

Wir haben es schon oft ausprobiert: man kann sich vornehmen, dass ein spezieller Tag wie z.B. ein Geburtstag ganz phantastisch und toll wird. Das gleiche gilt natürlich auch für ein Event oder einen längeren Zeitraum wie ein Reise oder ein Projekt, ja sogar eine Partnerschaft.

Der feste Entschluss und eine unbeugsame Erklärung an sich und an andere ist zuerst nötig, kein Zweifel und keine Bedingungen, kein Wackeln.

Dabei laden wir in unserem Geiste die Begebenheit schon positiv auf, ähnlich wie das Guthaben bei einem Werkartenhandy. Wir brauchen gar keine Visualisierung oder keine konkreten Pläne. Und die Rechnung geht auf.

Dadurch, daß wir die Zeit in kleinere Einheiten also Segmente unterteilen, können wir gezielt darauf fokussieren und die Übung gelingt. Natürlich könnten wir das jeden Abend mit dem nächsten Tag machen, das wäre eine extrem geniale Angewohnheit.

Umgekehrt …

… geht es auch. Schwarzmalerei, Angst oder Pessimismus haben sich auch immer noch bewahrheitet. Selbsterfüllende Prophezeiungen nannte es Sigmund Freud, allerdings nur den negativen Fall betreffend.

In den meisten Fällen erleben wir eine Mischrechnung aus allem, es geschieht meist das, was im Geiste dominant also am stärksten emotional geladen ist. Egal welche Emotion, lediglich die Intensität ist entscheidend.

Glauben bevor man es sieht?

„Das glaube ich erst, wenn ich es sehen kann“ lautet auch noch so ein häufiger Spruch, doch die Neurologie beweist uns, dass es genau umgekehrt ist. Tatsächlich sehen und erleben wir vielmehr das, was wir glauben – oder zumindest unbewusst glauben.

Nun denke ich allerdings, dass der Glaube nur einen Teil der Rechnung ausmacht. Vielmehr sind es die Emotionen, die mit den Gedanken verknüpft werden, die gestalten oder anziehen. Oder anders ausgedrückt: die Emotionen lassen uns gewisse Gedanken auswählen, die zum Glauben werden.

Lifehack

Natürlich machen mentale Techniken Sinn, bei denen man seine Glaubenssätze ändert. Trotzdem ist es effizienter und möglicherweise auch nachhaltiger zu lernen die eigenen Emotionen bewusst zu steuern.

Es gibt ja auch ein Handwerk in unserer Kultur, wo das gelehrt wird, nämlich die Schauspielerei. Der Darsteller soll die Emotionen empfinden, die ein Charakter durchlebt um sie glaubwürdig vorzuführen.

Also doch „fake it until you make it“?

Absolut ja. Denn selbst wenn wir uns nur so verhalten als hätten wir unser Ziel erreicht, nach einiger Zeit stellen sich die passenden Emotionen dazu auch tatsächlich ein. Allerdings nur, wenn wir unsere neue Rolle nicht zu übertrieben spielen und wir uns von Kritikern fern halten.

Weiters sollten wir es vermeiden zu früh auf durchschlagende Erfolge zu erhoffen und dauernd zu checken wie weit wir sind, denn die Ungeduld, der Zweifel könnte uns emotional runter ziehen.

Die spielerische Leichtigkeit von Kindern brauchen wir und ihre bedingungslos optimistische Energie gepaart mit Durchhaltevermögen.

Wer schreibt das Drehbuch?

Der Kopf würde sich sofort anbieten diese Arbeit zu übernehmen, aber dann würden wir wahrscheinlich nur Altes wiederholen, was auf die Dauer doch recht langweilig werden würde.

Der kreative Part sollte nach Möglichkeit von unserem Unterbewusstsein übernommen werden, dem wir als Richtungsangabe eine Vision vorgeben, die der besten Emotion entspricht, die wir uns nur vorstellen können. Die Aufmerksamkeit auf diese Vision lässt uns Gedanken und Gefühle genau darauf ausrichten und sie verkörpern und erleben.


ALOHA Susanna

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