EnergieREICH – Akzeptiere andere so, wie sind nun mal sind!

Warum?

Ich gebe es zu: Ob zu Hause oder in einem entfernteren Umfeld: manchmal wünschte ich, einige Leute wären anders. Je nachdem, wer sie sind, wünsche ich mir, dass sie aufhören, Dinge zu tun, wie Unordnung im Haus zu hinterlassen, mir Spam-Mails zu schicken oder den Klimawandel zu ignorieren. Und ich wünschte, sie würden anfangen, Dinge zu tun, wie freundlicher zu mir zu sein oder mehr Geld für Bildung auszugeben. Und selbst wenn es mich gar nichts angeht, wünsche ich mir, dass Menschen, energischer, weniger ängstlich oder weniger selbstkritisch sind.

Auf welche Weise wünschst Du Dir, dass Menschen anders sind?

Denke an die Menschen in Deinem Umfeld – Freunde, Familie, Kollegen, Fahrer auf der Autobahn, Geschäftsleute, Medien und Politiker in der ganzen Welt. Es ist normal zu wünschen, dass andere anders wären, genauso wie es normal ist, sich zu wünschen, dass du selbst anders wärst (zum Beispiel dünner, reicher, gescheiter). Es ist in Ordnung, zu versuchen, Änderungen bei anderen Menschen herbeizuführen und sie auf gute Weise zu beeinflussen. 

Vielleicht magst du nicht, was dieser Mensch tut, vielleicht magst du nicht was er sagt, du magst traurig oder wütend darüber sein, aber auf einer tieferen Ebene bist du damit in Frieden. Das allein ist ein Segen. Und manchmal kann dieser Sichtwechsel und die alleinige Akzeptanz dazu beitragen, dass die Dinge für Dich besser werden.

Aber Probleme wird es geben, wenn wir mit anderen in Rechthaberei, Widerstand, Wut, Fehlersuche oder irgendeine andere Art von Kampf eintauchen.

Das Schlüsselwort heisst: Öffnung. Es bedeutet Entspannung, und sorgt in wachsendem Sinn für Verbundenheit und in Einklang kommen mit allen Dingen. Das können wir aber nur, wenn wir nicht mit anderen Menschen kämpfen.

Den anderen so sein zu lassen gelingt nur, wenn wir aufhören zu kämpfen. 

Stattdessen könnten wir akzeptieren, wer sie sind und wer sie einfach nicht sind. Menschen zu akzeptieren heisst nicht, ihnen zuzustimmen, sie zu billigen, auf eigene Rechte zu verzichten oder ihre Auswirkungen auf sich selbst oder andere Menschen herunterzuspielen. Ergreife geeignete Maßnahmen, um Dich selbst oder andere zu schützen oder zu unterstützen. Vielleicht magst  Du sie einfach Menschen SEIN lassen und trittst aus ihrem Umfeld heraus. In jedem Fall akzeptierst du damit die Realität des anderen Menschen.

Eine Übung

Wähle jemanden aus, der dir wichtig ist. Sage die folgenden Sätze in Deinem Kopf oder sprich es laut und sehe, wie Du Dich damit fühlst:

“Ich akzeptiere Dich vollständig. Unzählige Ursachen, grosse und kleine, haben Dich zu dem gemacht, der heute so redet und handelt wie Du. Du bist, wer du bist. Ich lasse Dich so sein. Du bist eine Tatsache und ich akzeptiere die Tatsachen in meinem Leben. Du und ich sind Teil eines grösseren Ganzen, das ist, was es ist, und Ich akzeptiere es. “

Wenn Du möchtest, sei spezifischer und nenne Aspekte dieser Person, die Dich besonders stören, wie zum Beispiel: “Ich akzeptiere, dass Du … schnarchst … dass Du Deine Kleidung auf dem Boden liegen lässt … dass Du ständig böse auf mich bist… dass Du mich nicht wirklich verstehst… dass Du kein guter Lehrer bist für mein Kind … dass Du das Gesetz gebrochen hast … dass Du Menschen verletzt … “

Denke daran, dass Du trotz allem mit diesem anderen Menschen nicht einverstanden sein musst, dass Du schwierige Fragen stellen oder Dich von ihm abwenden kannst – während Du diesen anderen Menschen vollständig so akzeptierst, wie er nun mal ist..

 Schaue, ob Du alles tolerieren kannst, während Du Dich für die Akzeptanz des anderen öffnest. Oftmals vermeiden wir es, andere Menschen zu akzeptieren, weil wir Angst vor unseren eigenen Gefühlen haben, wenn wir uns für alles öffnen. Für alles, was andere Menschen sind und für das, was sie nicht sind. 

Überlege, wie Du Dich mit diesem anderen Menschen verstrickt hast, während Du versuchtest, sie zu ändern. Vielleicht wirst Du Dir Deiner Bewertungen, Deinem Urteilen, Überdruss, Reizbarkeit, engen Ansichten, Schmerzen, Sehnsüchten, Beschwerden oder Reue bewusst. Sehe, ob Du einige dieser Verstrickungen loslassen kannst.

Sei offen für die Erleichterung und Frieden, die kommen können, wenn Du es tust. 

Bedenke auch, wie sehr Du das Gefühl mögen wirst, andere Menschen vollständig zu akzeptieren. Es ist ein schönes Geschenk – und wir können es anderen geben, wenn wir es selbst annehmen. Stelle Dir vor, wie es Deine Beziehung zu jemandem verbessern kann, wenn dieser Mensch das Gefühl hätte, Du würdest ihn vollständig akzeptieren.

 Akzeptanz ist ein Geschenk, das zurückgibt.

Kommentare

  1. Hallo Jeanette,
    danke für diesen Beitrag. Ich stimme dir zu, andere zu akzeptieren wie sie nun mal sind. Was hätte es auch für einen Sinn, dies nicht zu tun. Die Folge wäre Ausgrenzung, Menschenverachtung in dem Sinne, dass man nicht zulassen würde, dass andere sich durch ihr Sein manifestieren. So wie es beispielsweise Igor Levit tat, indem er seinen Gegnern 2015 sogar das Recht auf Menschsein absprach und mit dieser Haltung auch noch das Bundesverdienstkreuz erhielt. Doch zurück hierher.
    Akzeptanz heißt für mich durchaus auch, dass ich mich selbst akzeptiere mit meiner Intuition, meinen Gedanken bzw. Eingebungen, Regungen, Gefühlen, emotionalen Reaktionen und mit all meinen Bedürfnissen. Dies gilt es alles wahrhaftig anzunehmen, zu akzeptieren. Spannend wird es dabei, wenn beispielsweise eine Begegnung in mir eine unangenehme Regung auslöst, wenn mich irgendetwas bei jemanden in meinem Umfeld triggert.
    Um mich weiterhin wohl zu fühlen, bleibt mir gar keine Wahl als in irgendeiner Weise darauf zu reagieren. Mache ich es bewusst – gut. Mache ich es unbewusst erfolgt eine Form der Verdrängung; psychologisch ein (seelischer) Abwehrmechanismus.
    Ich bin kein Freund davon, immer alles in Harmonie und Frieden aufzulösen. Dies wäre ebenfalls eine Form der seelischen Abwehr, der Verdrängung. Frieden stellt ein Extrem dar – auf der anderen Seite steht der Krieg. “Die Wahrheit liegt in der Mitte”; es gilt auch seine Interessen zu schützen.
    Ich sehe es so: Es ist zwar erforderlich andere zu akzeptieren wie sie nun mal sind, sozusagen deren Befinden oder Status Quo. Doch muss ich dies, wie sie sind und was sie tun oder unterlassen, gut finden? Nein. Ich halte es in gewissen Fällen sogar für kontraproduktiv. Sich in den anderen versuchen reinzufühlen hilft zwar und macht Sinn, doch hängt es sehr davon ab, wie weit der oder die andere meine Grenzen überschreitet. Werde ich nicht gefühlt, besteht Handlungsbedarf. Der Handlungsbedarf besteht nicht immer aus Selbstreflexion, auch wenn sie eine Basis darstellen sollte.
    Was mir in deinem Modell fehlt, ist die Kommunikation mit der Person, die etwas in einem auslöst. Man kann nicht alles allein mit sich selbst klären und damit wieder in die Harmonie, ins Gleichgewicht bringen oder in den Frieden.
    In Wahrheit sind die anderen (die uns umgebende Umwelt) dafür da, damit wir uns ihnen widmen – in der Begegnung. Um in einem lebendigen Flow zu bleiben. Im Grunde sind sie gar nicht so anders, sondern der Spiegel unsres Selbst. Und dem lohnt es sich zu stellen.

  2. P.S.
    “Und selbst wenn es mich gar nichts angeht, wünsche ich mir, dass Menschen, energischer, weniger ängstlich oder weniger selbstkritisch sind.”
    Es geht dich auf jeden Fall etwas an, Jeannette! Sonst würde diese Realität in deinem Umfeld nicht bestehen. Vielleicht magst du mal, nur für einen Moment, dein gewohntes Verhalten zurückstellen und das Gegensätzliche dir vorstellen. Wie wäre es, wenn du weniger energisch, ängstlicher und selbstkritischer wärst? Dies ist die Botschaft der Spiegelung, die dir deine Umwelt anbietet. Wie würde es sich anfühlen?